Gewässer

So funktioniert eine Kläranlage

Kläranlage

Eine Kläranlage befreit das Abwasser von Verunreinigungen. Dadurch ist dieses wieder dem natürlichen Wasserkreislauf zuführbar. Viele unterschiedliche Arten an Verschmutzungen erfordern dabei spezialisierte und aufeinander abgestimmte Reinigungsprozesse.

Mechanische Reinigung

Zunächst müssen alle groben Verunreinigungen aus dem Abwasser. Ansonsten würden diese den weiteren Prozessablauf unnötig erschweren. Dabei beginnt man mit den größten Elementen und arbeitet sich anschließend zu den kleineren vor.

Schotterfang und Rechen

Laub AhornblätterDie erste Stufe umfasst die sogenannte mechanische Vorreinigung. Dabei bleiben beim Schotterfang und beim Rechen grobe Verschmutzungen wie Steine, Laub oder größere Hygieneartikel hängen. Diese abgefangene Substanz nennt man Rechengut. Dieses wird nach einer Reinigung in der Regel verbrannt.

Sandfang

Dieses Element dient zur Filterung kleinerer fester Verunreinigungen. Meistens kombiniert man den Sandfang in einem Gebäude mit dem Fettfang. Da Fette oben aufschwimmen und Sand sich absetzt, reicht bei diesem Prozess die Herabsetzung der Fließgeschwindigkeit. Nach erfolgreichem Prozedere findet man im Abwasser nahezu keine mineralischen Verunreinigungen oder andere kleine Hartstoffe mehr.

Vorklärbecken

Vorklärbecken Kläranlage

Wikimedia | Arsunipal

Den Abschluss der mechanischen Reinigung bildet das Vorklärbecken. Hierbei werden kleinere Feststoffe entfernt. Dies gelingt durch die Sedimentation. Dabei passiert nichts anderes, als das man die Fließgeschwindigkeit weiter verringert. Dadurch können sich die Feststoffe leichter absetzen oder an der Oberfläche schwimmen. Im Regelfall handelt es sich bei den gefilterten Substanzen um Fäkalien und Papier. Diese festen abgesetzten Teile bezeichnet man dann als Primärschlamm.

Biologische Reinigung

Belebtschlammbecken

Alternativ nennt man diese Vorrichtung auch Belebungsbecken. Das Wort leben kommt hier nicht ohne Grund vor, denn nun kommen Bakterien ins Spiel. Diese bauen die im Schlamm enthaltenen Schmutzstoffe ab. Damit sie das tun können, braucht es Sauerstoff. Dieser wird dem Becken daher extra zugeführt.

Nachklärbecken

Nachklärbecken Kläranlage

Wikimedia | C. Löser

Den Schlamm, der aus dem Belebungsbecken kommt, nennt man Belebtschlamm. Dieser setzt sich im Nachklärbecken ab. Anschließend wird ein Teil dieses Schlamms angereichert und ins Belebtschlammbecken zurückgeführt. Der verbleibende Schlamm erhält die Bezeichnung Überschussschlamm und kommt in eingedickter Form in den Faulturm.

Chemische Reinigung

Die chemische Reinigung erhält durch immer mehr chemische Verunreinigungen eine immer gewichtigere Bedeutung. Bei kleinere Anlangen widmet man sich jedoch meistens ausschließlich dem Phosphor.

Phosphorfällung

Unter diesem tollen Begriff versteht man nichts anderes als die Entfernung von Phosphor aus dem Abwasser. Doch warum mach man das überhaupt? Würde man das Abwasser direkt in die Bäche und Flüsse leiten, würde durch das Phosphor eine Überangebot an Nährstoffe – eine sogenannte Eutrophierung – entstehen. Dieser Angebotsüberschuss könnte jedoch im schlimmsten Fall das Gewässer aussterben lassen.

Daher wandelt man das Phosphor durch Zugabe von Eisen- und Aluminiumsalzen in eine unlösliche Substanz um. Somit ist das Phosphor nicht mehr im Abwasser gebunden und kann sich absetzen.

Industrie-Kläranlagen

In den große Anlagen erweitert man die chemische Reinigung. Hier entfernt man zusätzlich zum Phosphor noch Schwermetalle oder auch Salze.

Der Umgang mit dem Schlamm

Faulturm KläranlageGenerell fällt bei jedem Reinigungsprozess sogenannter Faulschlamm an. Diesen pumpt man in den Faulturm. Dort können Bakterien den Faulschlamm Stück für Stück zersetzen. Das dabei freigesetzte Methan kann zum Beispiel zur Energiegewinnung genutzt werden.

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